Links Neues Kontakt Impressum AGB Stream Richtlinien FAQ Spenden Freund einladen Bookmark . | Design: TruemanTV | TruemanTVBeta |
Home Mitglieder Blogs Forum
News
Reiseerlebnisse mit MARCEL KOTZUR
03.03.10 11:26

Und los gehts mit der Oma nach Florida ! Flughafen Miami Int.

Oma ins Auto verfrachtet, Verdeck runter fahren, Sonnenbrille auf und ab nach Key West um maximale Südsonne zu erfahren. Daaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas hätte ich mir wohl etwas besser überlegen sollen da jetzt ein einseitiger Sonnenbrand in der Farbe von den Autos aus Maranello meine Nase flankiert.  Die Fahrt hier runter ist wirklich schön, man darf tolle Häuser am Rand des Meeres bestaunen, weitere Ketten von amerikanischen Restaurants die links und rechts mit Werbeschildern an deren Anzahl  und Größe wahrlich nie gespart wird und an vielen Wohnmobilien die jedes europäische Pardon in Größe und Ausstattung in den Boden stampfen. Kein Mist, diese Dinger sind brachial groß und in der Mitte kann man sie ausfahren.  Wenn ich clever bin fahr ich zur selben Uhrzeit wieder zurück um meine Nasenfarbe zu monosieren. Das Wasser links und rechts ist blau.

In Florida spricht fast jeder und Alles spanisch, 60% der Bevölkerung.  In Key West ist das nicht anders außer das mich der Männerüberschuß hier etwas verwundert. Es ließ nicht lange auf sich warten bis ich Begriff. Da mein guter Freund Uwe bei dem ich im übrigen auch in naher Zukunft Trauzeuge sein werde schwul isst und ist kenne ich alle kleinen öffentlichen Signale und Zeichen der Szene mit denen sie sich in der Öffentlichkeit zu erkennen geben. Key West ist eine Bastion der Homosexuellen in den Staaten, hier brauch man nicht vom Fach sein, Regenbogenfahnen flankieren die Straßen. Zwei von fünf Einwohnern in Key West angeln auf dem selben Ufer. Das Paradies für manch rostige Trompeten.  In Key West sind viele Rentner zu Besuch. Jetzt im Januar ist Hochsaison, das Wetter ist mild, nicht zu warm und man hat hier ein wenig seine Ruhe obwohl Key West für seine Barszene bekannt ist. Man darf sich schon die Frage stellen ob man hier am richten Ort ist.

...hier gehts weiter

---------------------------------------------------------

Mein Nase beginnt sich zu pellen und die darunterliegenden Eiterquellen kommen hervor und verkrusten über Nacht meine Nase.
Ich glaub sie ist sogar schon etwas kleiner geworden.

Nachdem wir erst in einem Motel übernachtet welches nix mit dem Flair von Key West zu tun hatte, haben wir beschlossen
unsere Nachtruhe zu updaten. Wir sind in ein kleines familiäres Hotel umgezogen wo, ach was fürn Zufall ein warmer Bruder,
der Besitzer ist. Er erinnerte mich sogar an Uwe, was nix mit seiner Veranlagung zu tun hatte. Hier war alles sehr schön eingerichtet.
Der Besitzer hat sich in allen Bereichen die größte Mühe gegeben. Das Frühstück war der Knüller, die Zimmer einfach herrlich im
rustikalen Stiel hergerichtet, das alles unter all den Palmen die die Fenster oder den riesigen Balkon bewuchsen.
Man hat einfach gespürt, dass er mit Leib und Seele den Gästen einen schöne Zeit bereiten wollte. Hier im alten wahren Mittelpunkt
von Key West ist es wirklich schön. Allein dieses Hotel und sein Flair war die Reise zum südlichsten Punkt der USA wert.

Trotz aller Ehrfurcht gegenüber der Karibik darf ich sagen, dass dies nichts mehr mit meinen Vorstellungen der idyllischen Karibikinseln
wo man mit Zigarre und Rum die Zeit, Zeit sein lässt zu tun hat. Wie herrlich muss es früher gewesen sein, als Hemingway hier noch lebte
bevor Menschen wie ich die Einkaufsmeilen füllten, bevor eine dicke fette Straße alle Inseln verband, dadurch die Autos in Scharen kamen
und bevor die Geldgier Einzug hielt und damit die Zeit mit einem lauten Ticken zurück kam.
Kaaaaabooooom und es machte wieder TICK TACK TICK TACK.   

Das beste Beispiel wäre hier den Sonnenuntergang zu beschreiben. Keine Frage,  wunderschön die Sonne neben Segelbooten der winkenden
Wasserpolizei und hunderten von Touristen gepackt auf 200m genießen zu können.  Ui, dort drüben beginnen Gaukler ihr lustiges Unterhaltungspiel,
schau nur gute Großmama. Wir wollen hinüber gehen und der alternativen Unterhaltungskunst die schon seit tausenden von Jahren lustigen
Wandersmännern ihren Lebensunterhalt beschert, bei wohnen. Welch warmes Gefühl umschlang mein Herz, dass diese jungen Männer jene frohe Idee
hier an diesem verramschten Ort, den TV-verkorksten Touristen zu kommen lies. Eine gute Idee dachte ich mir. Sie waren sogar so vollkommen den
Sonnenuntergang nicht die Show zu stehlen und baten um postheliotramontale Aufmerksamkeit. Ritter des Guten, Beleidiger des Kapitals, Artisanos,
Hippies, Tree Hugger, Messiasse der Lebenskunst wollte ich schon hinausrufen bis ich bemerkte das der komplette Platz voll mit ihnen war.
Das sollte es jedoch mit meiner Enttäuschung noch längst nicht gewesen sein. Diese Menschen hier vor meinen Augen waren mit Nichten die Retter
dieser Inselstadt, sie waren noch nicht einmal wahre Künstler in denen man das liebliche Fingerspiel der Musik oder der artistischen Künste sah.
Sie waren nicht richtig schlecht aber in ein paar Wochen könnte ich das auch, soviel steht fest. Es waren jene Art von Künstler die danach in ihr Auto
stiegen und wieder nach Hause zur Familie und Abendessen fuhren. Wenn diese Jungs nur einmal mit ihrem Auto zur Sommerzeit durch die
Berliner Innenstadt müssten dann wüssten sie was Kunst ist. Man würde ihnen sogar ein paar Ampeln zuvor, noch eine klare Sicht zum besagten
Spektakel verschaffen und damit meinte ich nicht den Verkehr.  

Hier an diesem Ort wurde der letzte Karibikflair regelrecht vergewaltigt, wenn nicht dieser Mann mit dem tätowiertem Fragezeichen auf dem Kopf,
neben dem überteuerten Strohhut Verkäufer der, wie mir bekannt gemacht wurde schon seit 15 Jahren dieses eine Schälchen aus Palmenblättern
welches mich interessierte für inflationäre 15 Dollar verkaufte, seine lieblichen Laute auf der Gitarre von sich gegeben hätte.  

Dieser Mann war der Einzige Artisano auf diesem Platz und machte seine Sache gut. Mit seiner Gitarre und einem fetten Fragezeichen auf seiner
Glatze spielte er wirklich tolle Musik. Er bekam sein Geld, den Anderen hätte ich am liebsten die brennenden Knüppel aus ihren Handschuhen
gerissen und dem nächsten unter seine Radkästen gelegt.
Hiermit distanziere ich mich von jeglichen Angriffen auf Automobile und befinde jene Aktionen als nicht gut. Ach ja und Ché hat Menschen
umgebracht, manchmal aus wirklich niedrigen Bewegründen. Lalalala zurück zu Key West und so.

Am späten Abend ließen wir uns noch für ein kleines Nobelrestaurant breitquatschen und kehrten ein. Schau an sogar Franzosen hier,
sagte meine Oma als sie die Gäste neben uns hörte. Liebe Oma sagte ich, hier das einmal eins amerikanischer Esskultur und deren Enttarnung.
Von 5 Amerikanern am Tisch trägt mindestens einer ein Pullover oder Nikki mit seinem Herkunftsort oder dem bereits national bereisten Ziel
auf der Brust (I love Oklahoma oder Miami und in kleinen Lettern Florida drunter). In diesem Fall neben uns 3 von 5, das ist auch eher die Regel. Zweitens: Amerikaner benutzen nie und auch nicht wenn
sie in einem noblen Etablissement sind  Gabel und Messer beim Akt des Essens. Sie schneiden es zwar zurecht nehmen aber danach die
Gabel in die rechte Hand um zu schauffeln oder dem Essen mit einem Brot beizukommen, was ich in manchen Fällen gar nicht so verkehrt finde.
Schneiden und Essen ist jedenfalls zu schwer oder zu unbequem. Wer hätte es ihnen auch bei bringen sollen, war ja keiner da als sie kamen,
gab ja nur die aus Indien kommenden Büffelfresser und die hatten noch nicht einmal Besteck.

 Drittens und das ist der wichtigste Punkt: sie kommen sich nicht bescheuert vor wenn der Kellner zum 100mal fragt ob alles okay ist. Diese Frage wird so inflationär benutzt dass sie jegliche Bedeutung verliert. Und ja nein in einem feinen Restaurant sollte diese Frage auch nur dezent genutzt werden. Der Wein war wirklich gut und auch korrekt vorgeführt mit allem drum und dran. Etikette zeigen - mhh ja genehm bla bla, Flasche unbeholfen öffnen und die Knie zur Hilfe nehmen, ein wenig ins Glas davon und meine alles entscheidende Frage abwarten - als ob ich Nein sagen würde, in diesem Fall glaube ich, dass dieser Akt eine Erfindung der Amis hätte sein können, da diese tatsächlich oft etwas auszusetzen haben und erst recht an einer Sache die nur im Fernsehen zu sehen ist. Danach bekam die Oma auch ein Glas. Ich will nicht sagen, dass der Garçon ein Tölpel war aber hier hat er den schön gedeckten Tisch nach dem einschenken, ohne die Flasche weich abzurunden, bekleckert.  Eines muss man ihnen zu Gute heißen, sie waren wirklich sehr freundlich und wir haben uns sehr wohl gefühlt trotz der Aufmerksamkeit die sie ab und zu brauchten und spätestens nach der ersten Flasche Wein. Es sollten auch nur zwei werden danach sind wir beseelt unter der Abendruhe und den karibischen Palmen nach Hause flaniert. Straßen in der Karibik sind bei Nacht trotz aller Touristeneinflüsse immer sehr schön. Auch in diesem Fall.  

Auf nach Orlando (Heimat von Disney Land kultureller Neuerfindung) und vorher ein Stop by in den Everglades!

(Entschuldigt Kommasetzung und weitere brachiale Fehler - Zeit fehlte)


wem das zuviel Text ist ist:
Copyright © 2010 TruemanLivecast